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Rheinsprung

Von der Schifflände führt der Rheinsprung steil nach oben auf den Münsterhügel. Gleich zu Beginn des Aufstiegs zweigt rechts das Elftausendjungferngässlein ab. Der Name erinnert an die Heilige Ursula, die der Legende nach auf ihrer Pilgerfahrt nach Rom mit ihren Begleiterinnen diese Gasse zur Martinskirche hochgestiegen sei.

Rheinsprung, Alte Universität
weitere Bilder Alte Universität   Rheinsprung, Alte Universität, Eingang       Alte Universität   Alte Universität und Martinskirche  
 
Oberhalb der Abzweigung des Elftausendjungferngässleins schmiegen sich winzig kleine, mittelalterliche Handwerkerhäuschen an die Stützmauer des hochgelegenen Martinskirchhofs. Im Erdgeschoss sind sie nur wenige Meter tief. Die Obergeschosse, z.T. in Fachwerk erstellt, ragen jeweils konstruktionsbedingt um einige Zentimeter vor. Durch diese Bauweise konnten die Hausbesitzer Steuern sparen, da die Höhe der Steuern anhand der Grösse der bebauten Bodenfläche berechnet wurde.

Auf der Gassenseite gegen den Rhein steht das Haus zum Kranichstreit (1563) mit einem hübschen gotischen Fenster, verziert mit Muschellünetten im Renaissancestil. Auf der fensterlosen Wand des Anbaus entdeckt man ein Wandgemälde von Samuel Buri. Dargestellt ist eine Gänseliesel mitsamt dem Baugerüst, von dem aus der Künstler sein Werk 1978 gestaltet hat.

Nach einer Baulücke, durch die man auf den Rhein blicken kann, folgt das Kollegiengebäude der alten Universität. Sie wurde auf Bitten des Basler Rates von Papst Pius II gestiftet, der während des Basler Kirchenkonzils (1431-48) als Sekretär längere Zeit in Basel gewirkt hatte. Die Universität konnte 1460 hier am Rheinsprung eröffnet werden und ist somit die älteste in der Schweiz.

Weiter oben baute Samuel Werenfels in den Sechzigerjahren des 18. Jh. anstelle gotischer Adels- und Bürgerhäuser die Zwillingshäuser für die Brüder Lukas und Jakob Sarasin, beide Seidenkaufleute, die mit der Produktion und dem Verkauf von Seidenbändern zu grossem Vermögen gekommen waren. Die Hauptfassaden der prachtvollen spätbarocken Häuser sind gegen den Rhein gerichtet und prägen das Stadtbild nachhaltig. Nach der Farbe des Verputzes werden sie das Blaue und das Weisse Haus genannt. Auf der Rückseite öffnen sich zwischen Seitenflügeln herrschaftliche Ehrenhöfe. Heute befinden sich die Gebäude im Besitz des Staates und beherbergen das Justizdepartement.

 
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