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St.Joseph

In der Stadtlandschaft Kleinbasels bildet die Josephkirche einen auffallenden Akzent. Sie erhebt sich, hinter Hofgittern, selbstbewusst und dominant an der untern Klybeckstrasse.

Kirche St. Joseph 02
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Die St. Josephkirche ist die erste Kirche, die für die zunehmende katholische Bevölkerung in jenem unteren Kleinbasel geschaffen wurde, das durch die wachsende Industrie und viele Handwerksbetriebe geprägt wurde. Die dort lebenden und tätigen Katholiken waren traditionsbewusst. So verlangte man auch ein Gotteshaus, welches frei und klar die in Jahrhunderten gewachsene Katholizität veranschaulichen sollte. Man verspürte dies vornehmlich im Barock.

Geplant wurde seit Ende des Jahrhunderts. Ein Projekt von Karl Moser, der eben um die Jahrhundertwende den Zentralbau der reformierten Pauluskirche aufführte, lehnte man ab. Vorgezogen wurde der Entwurf des St.Galler Architekten August Hardegger. Er hatte erst eine Variante mit einer Kuppel vorgelegt. Die Baukommission entschied sich für einen Baukubus, der von der Klosterkirche Einsiedeln angeregt war. Man wollte eine neobarocke Kirche mit markantem Zwiebelturm über der geschweiften Hauptfassade. Unter der weitoffenen Glockenstube ist quartierbewusst eine grosse Uhr angebracht. Breite Simse umgurten Turm und Schiffskörper. Auf Dachhöhe wird ein Querhaus markiert, das jedoch im Innern keineswegs in Erscheinung tritt. Mit dem Bau wurde 1901 begonnen; ein Jahr später konnte zur Zufriedenheit der Katholiken und unter grosser Anteilnahme des Quartiers das Gotteshaus eingeweiht werden.

Die Aussenrenovation wurde im Frühjahr 1997 abgeschlossen; das Gotteshaus zeigt sich in frischer Pracht. Im Jahre 1983 wurde das Innere durch Architekt Peter Fierz kompetent renoviert, das heisst auch ausgeräumt und neu eingerichtet, sodass der Kirchenraum bei aller Bewahrung der alten Formen einen frischen Geist atmet.

Die 1924 durch Vergrösserung der Orgelempore erweiterte Eingangszone vermittelt durch die erreichte Lichtstufung vom Dämmrigen in den hellen Innenraum den Eindruck freier Weite, der noch dadurch verstärkt wird, dass die beiden Seitenschiffe von jeglicher Bestuhlung freigehalten werden. Allfällig zusätzlich benötigte Stühle sind praktisch in an den Seiten angebrachten Stauräumen bereit. Zu jeder Schiffseite steigen über schweren Basen Rundsäulen mit korinthischen Kapitellen und Kämpferplatten zu Rundbogen an, über denen sich längs und quer die Tonnengewölbe heben.

Die Seitenaltäre haben Rudolf Blätter und Franz Kunz bebildert. Den Choraltar mit Geschichten des aegyptischen Joseph hat 1926 August Wanner ausgemalt. In den grossen Farbfenstern des Schiffs sind die Gestalten von zehn jeweils mit Namen gekennzeichneten Aposteln vorgestellt; die beiden Chorfenster zeigen Petrus und Paulus. Die Fenster sind vorbestellte Produkte, wie sie damals bei der Bevölkerung beliebt waren, aus Manufakturen für Kirchenfenster.

Denkmalpflege:
Erbaut 1900-02 von August Hardegger (1858-1927) als katholische Pfarrkirche in neobarocken Formen. Glasmalereien von Friedrich Berbig; Altarbilder 1908 von Fritz Kunz (1868-1947). Innenrenovation 1987-88.

 
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