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Öffentliche Schulen
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Fast alle Kinder besuchen die öffentlichen Schulen. Schrittweise wurden in den neunziger Jahren auf allen Stufen Reformen verwirklicht, damit sie den besonderen Anforderungen der mobilen und internationalen Bevölkerung Basels gerecht werden und möglichst allen Kindern Chancengleichheit gewähren. Die Hauptsprache ist Deutsch; für neu zugezogene fremdsprachige Kinder gibt es verschiedenste Sprachförderkurse, damit sie schnell in die Schule integriert werden können.
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Gewappnet für die Zukunft
Im Zentrum der Schulen steht die Förderung der individuellen Begabungen des Kindes. Auf allen Stufen können die Kinder verschiedene Wahl- und Förderprogramme aussuchen. Der Bildungsweg ist in Etappen gegliedert und weist so die Möglichkeit auf, Teilentscheide auch noch relativ spät zu fällen. Eine Grundlage dafür bildet insbesondere die Orientierungsschule (OS) für die 10 bis 13 Jahre alten Kinder. Genügen müssen die Basler Schulen auch den hohen Anforderungen der lokalen Wirtschaft, die mit ihrer hohen Wertschöpfung gut qualifizierte Arbeitskräfte benötigt. Deshalb versteht sich das Basler Schulwesen als partnerschaftliches System, das sowohl die Eltern aktiv einbezieht als auch mit Gewerbe und Industrie regen Kontakt pflegt.
Ferien
Ungefähr zwölf Wochen Schulferien sind über das Jahr verteilt: sechs Wochen Ferien im Sommer, von Juli bis Mitte August; zwei in der ersten Oktoberhälfte, eine bis zwei um die Weihnachts- und Neujahrszeit, zwei im Winter (Februar/März) sowie zehn Tage im Frühjahr um die Osterzeit. Zudem finden je nach Schulstufe einwöchige Ferienlager und Skilager statt.
Kinderbetreuung
Die Schulen unterstützen die Familien in der Kinderbetreuung und leisten damit einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familien- und Berufsarbeit. An Kindergärten, Primarschulen und Orientierungsschulen gelten flächedeckende Blockzeiten und Fünftagewoche mit verlässlichem Schulbeginn und -schluss. Für Schülerinnen und Schüler der Primar- und Orientierungsschule besteht an 19 Mittagstisch-Standorten die Möglichkeit, gegen einen Kostenbeitrag verpflegt und betreut zu werden. Zudem besteht ein Angebot an Tagesschulplätzen vom ersten bis zum siebten Schuljahr.
Kindergarten
Mit dem zweijährigen Kindergarten beginnt die obligatorische Schulzeit. Als Spiel-, Erfahrungs- und Lernraum konzipiert, wird er von Kindern besucht, die vor dem 1. Mai des Eintrittsjahres das vierte Lebensjahr vollendet haben. Wenn im Elternhaus kein oder nur wenig Deutsch gesprochen wird, kommt ihm besondere Wichtigkeit als Ort des Spracherwerbs und der Integration zu. 162 Kindergärten im Kanton Basel-Stadt sorgen für kürzeste Wege für die Kinder.
Primarschule
Lesen, Schreiben und Rechnen - diese Fertigkeiten als Voraussetzung für ein lebenslanges Lernen werden in der vierjährigen Primarschule vermittelt. Daneben kommen Spiel und Musse nicht zu kurz. Die Klassengrösse ist auf 25 Kinder beschränkt. Dies ist angesichts der herrschenden Vielsprachigkeit - 41% der Schülerinnen und Schüler sind fremdsprachig - auch angemessen. Neben Förderangeboten in Deutsch werden auch Kurse in den Muttersprachen der grössten Immigrationsgruppen erteilt. In der Primarschule wird auf eine Benotung verzichtet, einmal jährlich findet stattdessen ein Beurteilungsgespräch mit Eltern statt, in der 3. und 4. Klasse gibt es darüber hinaus Lernberichte. Unterrichtet wird in 29 Schulhäusern.
Orientierungsschule
Die Orientierungsschule (OS) ist die wichtigste Neuerung der Schulreform der neunziger Jahre. Wurde früher über den Bildungsweg des Kindes bereits in seinem 10. Lebensjahr entschieden, so können sich heute Kinder und Eltern für diesen Entscheid mehr Zeit lassen. Im 5., 6. und 7. Schuljahr werden die Neigungen und Fähigkeiten des Kindes weiter ausgelotet, um den individuell richtigen Bildungsweg herauszufinden. Zentrale Fächer sind Deutsch, Französisch (Landessprache) und Mathematik; Fächer wie Sport, Musik und Geschichte sind ebenfalls Pflicht. Im letzten Jahr der OS kann unter zahlreichen Wahlfächern sprachlicher, naturwissenschaftlicher oder musischer Richtung gewählt werden. Die Leistungen im dritten Jahr der OS entscheiden über die Zuweisung an die anschliessenden Schulen. Die OS umfasst insgesamt 18 Schulhäuser.
Weiterbildungsschule
Die zweijährige Weiterbildungsschule, WBS, legt die Grundlagen für die spätere Berufsbildung. Die WBS führt zwei Züge: Der A-Zug nimmt leistungssschwächere und mittlere Schülerinnen und Schüler auf und bereitet auf Lehre und Attestausbildung vor. Der E-Zug nimmt leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler auf und bereitet auf anspruchsvolle Lehrstellen und auf weiterführende Schulen vor. Kernfächer bleiben Deutsch, Französisch und Mathematik. Daneben stehen u.a. Englisch (im E-Zug obligatorisch), Technik, Informatik und manuelles Gestalten zur Wahl. Die Leistungen werden benotet und es findet eine Abschlussprüfung statt.
Weiterführende Schulen
Nach dem neunten Schuljahr stehen verschiedene weiterführende Schulen offen: die Fachmaturitätsschule, FMS (ehemalige Diplommittelschule, die Handelsmittelschule (HMS), die Informatikmittelschule (IMS) sowie die Verkehrsschule, VS.
Die dreijährige FMS dient der Vorbereitung auf eine Ausbildung in den sechs Fachrichtungen Gesundheit/Naturwissenschaften, Pädagogik, Soziale Arbeit, Gestaltung/Kunst, Musik/Theater/Tanz oder Kommunikation/Medien. Die Fachmaturität berechtigt zum Besuch einer Höheren Fachhochschule oder einer Fachhochschule der jeweiligen Fachrichtung.
Ebenfalls drei Jahre dauert die HMS, welche eine solide Allgemeinbildung mit dem eidgenössisch anerkannten Kaufmännischen Berufsdiplom abschliesst. Nach der HMS kann auch die Berufsmatura abgelegt werden, die den Zugang zur Fachhochschule ermöglicht.
Die IMS wird nach drei Jahren Vollzeitschule und einem abschliessendem Praktikumsjahr mit einem Fähigkeitsausweis für Informatik, Fachrichtung Applikationsentwicklung, sowie mit der kaufmännischen Berufsmatur abgeschlossen.
Die Verkehrsschule wird nach zwei Jahren mit einem Diplom abgeschlossen und kann am Anfang einer Berufslaufbahn bei Bahn, Post, Zoll und verwandten Betrieben stehen.
Berufslehre
Die Lehre setzt auf einen Mix von Schule und Praxis und ermöglicht den direkten Weg zum Beruf. Die Lehren können nach dem 9. Schuljahr begonnen werden und dauern je nach Beruf zwischen zwei und vier Jahren. Ein bis zwei Wochentage sind dem Schulunterricht gewidmet, der an verschiedenen Schulen unterschiedlicher Fachrichtungen vermittelt wird. Die übrige Zeit verbringen die Lehrlinge in ihren Betrieben. Abgeschlossen wird die Lehre mit einem eidgenössischen Fähigkeitsausweis, der in der ganzen Schweiz anerkannt wird. Nach der Berufslehre besteht die Möglichkeit, die beruflichen Qualifikationen an höheren Schulen zu verbessern oder nach einer Berufsmatur ein Fachhochschul- oder Universitätsstudium zu beginnen.
Gymnasium
Das Gymnasium dauert fünf Jahre, vom 8. bis 12. Schuljahr, und schliesst an die Orientierungsschule an. Über eine Aufnahmeprüfung kann der Zugang zum Gymnasium auch von den weiterführenden Schulen her noch erreicht werden. Mit einer umfangreichen Palette an obligatorischen Grundlagenfächern wird eine breitere und tiefere Allgemeinbildung angestrebt. Eigenverantwortliches Lernen steht als Vorbereitung des Universitätsstudiums ebenfalls im Vordergrund. An den fünf Basler Gymnasien wird eine Reihe von Schwerpunktfächern und Ergänzungsfächern angeboten: von Wirtschaft und Recht über alte Sprachen und Naturwissenschaften bis hin zu den neuen Sprachen (vor allem Englisch) und zu den musischen Fächern. Abgeschlossen wird das Gymnasium mit einem eidgenössisch anerkannten Maturitätszeugnis, das zum Studium an der Universität berechtigt. Das Gymnasium hat als Sprungbrett für die Universität in Basel eine hohe Bedeutung.
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